„Alles ist Design“
Die Bundeskunsthalle kündigte 2017 ihre Bauhaus-Ausstellung mit dem Titel „Alles ist Design“ an.
Über diese, an den Kopf geschmissene Aussage im Titel der Ausstellung, musste ich nachdenken. Ist wirklich alles Design? Die Ausstellungsleitung hat hier eine tolle reißerische Aussage des weltberümten Grafikdesigner Paul Rand für die Ausstellung aufgenommen, der primär provoziert. Dem Grunde nach ist die Aussage nachvollziehbar. Sobald jemand etwas erbaut oder erschafft gestaltet er es damit auch automatisch und verleiht ihm eine neue Form. Seit den 1960er Jahren gibt es den Gestaltungsanspruch in allen schöpferischen Bereichen, von Industrie bis zum Städtebau – frei nach Max Bills Parole: „Vom Löffel bis zur Stadt“. Design findet sich heute überall wieder.
Die Übergänge zwischen den Bereichen der Kunst, des Handwerks und des Designs unterliegen zudem immer der Einzelfallbetrachtung. Die Grenzen sind nicht einfach trennscharf zu ziehen. Und weil das nicht gut geht, machen wir es uns einfach und sagen: Stimmt, alles ist Design.
Für mIRo ist gutes Design unauffällig dennoch angenehm im Auge, funktionell aber spartanisch in der Komplexität. Es soll zudem unaufdringlich und verständlich sein.
Natürlich unterliegt auch die Vorstellung von „gutem Wohndesign“ einem fortlaufenden Wandel. Während Gründerzeitmöbel in den vergangenen Jahren weniger im Mittelpunkt standen, haben Factory- und Mid-Century-Design deutlich an Beliebtheit gewonnen. Zugleich finden sorgfältig aufgearbeitete Möbel und Einzelstücke zunehmend ihren Platz in zeitgemäßen Wohnräumen. Künftig dürfte insbesondere die Verbindung verschiedener Stilepochen das Wohnen prägen: Metall als Element des Industrie-Designs, charakteristische Formen des Mid-Century-Designs sowie antikes oder rustikales Holzmobiliar können dabei zu individuellen und spannungsvollen Einrichtungen kombiniert werden.
Die Weiterverwendung geeigneter vorhandener Möbelstücke kann den Bedarf an einem vollständig neuen Grundmöbel verringern. Ob dies möglich ist, hängt vom Zustand des jeweiligen Stücks und von den Anforderungen des Projekts ab. Unter diesen Gesichtspunkten plant, überarbeitet und kombiniert das Planungsbüro mIRo71 ausgewählte Einrichtungsgegenstände und Komponenten für den Wohnraum. So kann beispielsweise ein antiker Waschtischschrank individuell zu einem zeitgemäßen Badmöbel umgebaut werden. Vorhandene Möbelstücke werden dabei – soweit ihr Zustand und die gewünschte Nutzung es zulassen – erhalten, funktional angepasst und mit passenden neuen Komponenten ergänzt. So entstehen individuelle Möbel mit einer Verbindung aus vorhandener Substanz, handwerklicher Überarbeitung und zeitgemäßer Funktion.

